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Der Münchner Durchschnittskonsument findet für ihn günstige Angebote als Neuware bei den Lebensmittel-Discountern, im Schillicon-Valley, bei den
Jupiter-Hansas oder über eine Internet-Auktion und ist somit nicht mehr sehr motiviert den Elektronik - Flohmarkt aufzusuchen. Die Computer- und Elektronik-Börsen wandeln sich immer mehr zu Insider-Treffen. Die
technisch interessierten Durchschnittsbürger wieder zu einem Besuch der E-Börse zu motivieren ist - wie die letzten fünf Jahre gezeigt haben - mit einem vertretbaren Aufwand nicht machbar. Auch Flächenwerbung bringt
wenig und ist in München zudem teuer. Für jede 1000 DM die mehr für Werbung ausgegeben wird, müßten bei einem durchschnittlichen Besuchereintrittspreis von 5 DM, ca. 200 Besucher mehr kommen, damit zumindest der
Mehraufwand ausgeglichen wird. Diese Rechnung geht jedoch leider nicht auf. Ein Veranstalterkollege hat mir bestätigt, dass er deshalb lieber in kleineren Orten Märkte durchführt. Für angemessene Gebühren dürfen dort an
verkehrsreichen Kreuzungen Plakate aufgestellt werden, die Saalmieten sind bezahlbar, das Publikum noch nicht so übersättigt. München hingegen hat das Plakatieren (nach diversem Wildwuchs verständlich) riguros
eingeschränkt und monopolisiert, womit es teuer wurde, die Raum-Mieten sind bekanntlich hoch und das Publikum genießt die Angebotsvielfalt einer Großstadt.Selbst die Münchner Messegesellschaft, ausgestattet mit einer
um vieles höheren Finanzkraft, mußte ihr engagiertes High-End-Projekt einer Computer-Konsumentenmesse (“bits & fun”, gedacht als “Systems” für´s Volk) nach drei schmerzlich defizitären Jahren sang- und klanglos
abbrechen. Trotz edlem Ambiente und der Organisation als Multi-Media-Event in Kombination mit Indoor-Trend-Sport-Einlagen und Mega-Party, Sonderaktionen für Schulen, etc. blieben die namhaften Herstellerfirmen abseits,
den lokalen Hädlern war der Aufwand vor dem Hintergrund des absehbaren Nutzens zu groß und am (aus Sicht der Messegesellschaft) Low-End fand man doch tatsächlich einen Teil jener “fahrenden Händler” wieder, die auch auf
der Münchener Elektronik Börse Stände bezogen. Somit gab es dann Anlaß Gespräche zwischen dem Management der “bits & fun” und dem Veranstalter der E-Börse zur Prüfung einer möglichen Kooperation im “Segment Low
End” zu führen. Angedacht war die E-Börse als Teil / Event der “bits & fun” in einem eigenen räumlichen Bereich des MOC (Münchner Order Centers in München-Freimann) zu integrieren. Die “bits & fun” hätte die
kleinen Aussteller geschickt in einen eigenen Bereich “ausgelagert” und die Elektronik-Börse hätte vom Besucherpotenzial der Konsumentenmesse profitiert. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die anfallende
Flächenmiete dem Großteil der Aussteller der Elektronik Börse nicht zu vermitteln gewesen wäre. So scheiterte dieser Plan schon im Ansatz. Und die “bits & fun” insgesamt wenig später. Für die Messegesellschaft der
zweite Fehlschlag in diesem Messebereich: Bereits etwa zehn Jahre vorher gab es einen Versuch mit einer Regionalmesse namens “büro + computer”, der ebenfalls eingestellt werden mußte. Die Elektronik-Börse mußte sich
also andere Alternativen überlegen. Eine Idee zur Erschließung neuer bzw. ergänzender Zielgruppen war der Versuch ähnliche Sparten in die Elektronik Börse miteinzubeziehen. So gab es in der Vergangenheit immer wieder
Klagen, dass z.B. die klassischen Elektronik-Bastler oder die Funker nicht mehr anzutreffen seien. Die befragten Funker ließen wissen, dass die Münchener Elektronik Börse zu “computerlastig” sei. Also wurde für November
1997 eine Veranstaltung mit einem eigenen Namen (“com & funk”) und an einem eigenen Veranstaltungsort (Halle Zenith, schräg gegenüber dem MOC in München-Freimann und zeitlich parallel zur “bits & fun”)
vorbereitet. Auf der Amateurfunkmesse ham-radio in Friedrichshafen wurde entsprechend Werbung gemacht, mit freundlicher Unterstützung des Fachmagazin “funktelegramm” wurde der Termin frühzeitig im redaktionellen Teil
und in ganzseitigen Anzeigen bekanntgegeben, alles mit dem Erfolg, dass sowenige Ausstelleranmeldungen eingingen, dass die Veranstaltung abgesagt werden mußte. Auch die interessierten Aussteller aus dem jungen Bereich
Mobilfunk konnten dies nicht verhindern Da die klassischen Funkamateure meist clubgebunden sind, wurde im Vorfeld natürlich auch versucht mit dem DARC (Deutscher Amateur Radio Club) unbefangen zu kooperieren. An der
zuständigen Verbandsspitze unterstellte man jedoch leider Konkurrenz oder mögliche Mißverständnisse oder Verwechslungen an der Basis mit eigenen Veranstaltungen und ähnliches oder beides. Kurzum, man wollte die von uns
in bester Absicht gebotenen Möglichkeiten - ähnlich wie es mit den Computerclubs der Region München seit vielen Jahren bestens klappt (siehe Club-Berichte) - nicht annehmen und für sich nutzen. Nun hört man auch, dass im Zeitalter von E-Mail und
Mobiltelefonie der Amateurfunk auch keine so große Basis mehr hat, umso mehr ist es schade, dass hier eine Chance zum beiderseitigen Nutzen vertan wurde. Wenn es auch mit einer eigenen oder kombinierten Computer- /
Elektronik- / Funkbedarf-Veranstaltung nicht geklappt hat, so sind uns die Funker und insbesondere die klassischen Elektronik-Bastler als Teilnehmer nach wie vor willkommen. Für die Aussteller mit klassischen
elektr(on)ischen Bauteilen haben wir die Standgebühr sogar drastisch, auf unter die Hälfte der normalen Tischmiete ermäßigt.Die Standgebühren versuchen wir (im Rahmen der Mieterhöhungen für die Saalmiete des Pschorr-Kellers)
möglichst stabil zu halten. In der Zwischenzeit gibt es keine preislichen Unterschiede mehr zwischen den Ständen für Firmen- bzw. privaten Anbietern. Sinkende Margen im EDV-Handel hatten dazu geführt, dass sich immer
wieder Händler wegen der günstigeren Standgebühren in den Privatausstellerbereich gemogelt hatten. Diese Variante ist nun gegenstandslos. Lediglich die Tischgrößen sind unterschiedlich: Im kleinen Festsaal (Firmensaal)
sind es kleine Tische (ca. 120x80 cm) und im großen Festsaal (Privataussteller) große (außer den Tischen an der Wand). Der Preis liegt umgerechnet bei DM 35,00 pro laufendem Meter Standfläche. Die Eintrittsgelder sind
seit Jahren unverändert. Um Kosten zu sparen und um uns den aktuellen Gegebenheiten anzupassen nutzen wir seit 1996 das World-Wide-Web, also diese Internetseiten, als zeitgemäßes Informations-, Kommunikations- und
Reservierungsmöglichkeit. Unsere Interessentendatei, die wir bisher als Basis für unsere Briefrundsendungen verwendet haben, ergänzt sich mehr und mehr mit E-Mail-Adressen. Auf diese Art sparen wir Porto und sind zudem
noch schneller. Bitte tragen Sie durch Bekanntgabe Ihrer E-Mail-Adresse und/oder Fax-Nummer dazu bei, dass wir in Kontakt bleiben können (Intressenten-
Registrierung). Wir werden wie schon bisher gehandhabt Ihre Daten auch weiterhin nicht
weitergeben, auch wenn wir unsere Internet-Präsenz “www.elektronikboerse.de” und “elektronik-recycling.de” zukünftig in Eigenregie betreiben und für Werbung öffnen werden. Unsere Agentur ist zwischenzeitlich auch
verstärkt im Werbe- bereich tätig geworden. Sichtbarste Folge davon sind in München in diversen Restaurants Werbeplakatwechselrahmen im Format DIN-A-1 die wir bisher für die Plakatwerbung der Elektronik Börse
verwendeten und zukünftig auch anderen Veranstaltern bzw. Werbetreibenden zur Verfügung stellen werden. Dieses Rahmen-Netz sollte ursprünglich unsere eingeschränkten Plakatiermöglichkeiten im öffentlichen Bereich (siehe
oben bzw. mein letzter Rückblick
) kompensieren. Inzwischen gibt es neben den “Gastro-Frames” eine zugehörige Internet-Site
“www.gastro-muenchen.de” mit dem Verzeichnis der Gastronomiebetriebe im München als Informations- und Werbeplattform.Ein weiterer Versuch frischen
Wind bzw. neuen Schub in die Münchener Elektronik Börse zu bringen, war eine “Testveranstaltung” in der Halle Zenith von der weiter oben bereits die Rede war. Diese ebenerdige, sehr große Halle erfüllte den Wunsch
vieler Aussteller nach einem Park- und Entladeplatz nahe zur Halle und ausreichend Bewegungsfreiraum. Für das Veranstaltungsteam war dieser Termin im November 1998 jedoch eine große Herausforderung. Es galt -
wortwörtlich - über Nacht eine leere, letztlich unbekannte Halle in der bis 1 Uhr nachts ein Konzert stattgefunden hatte so auszustatten, daß in der Früh ein Markttag stattfinden konnte: 250 Biergartengarnituren
anliefern, platzieren und nummerieren, Elektroleitungen für die Stromblockversorgungen legen, Eingangsbereich aufbauen, etc. Zwar wurden diese “Infrastrukturmaßnahmen” mit vereinten Kräften, mit nur einer halben Stunde
Verspätung und auf Kosten einer geregelten Parkplatzaufsicht sowie einer stellenweise mangelhaften Hallenbeleuchtung geschafft, aber alle Beteiligten waren es danach auch. Der Aufwand stellte sich als zu groß heraus.
Zudem war die Halle nur einmalig zu Sonderkonditionen zu mieten. Obwohl die Veranstaltung an sich durchaus positiv bewertet wurde, bestand zu einer Fortführung der Elektronik-Börse im Pschorr-Keller (d.h. in einem
großgastronomischen Betrieb mit “Infrastruktur”) keine richtige Alternative und das Experiment “E-Börse in einer Multifunktionshalle” wird wohl einmalig bleiben. Das Problem, dass die Aufbauphase kurz ist, da
Veranstaltungen am Voraband bis nach Mitternacht dauern, stellt sich auch in diesen Räumen, aber die vorhandenen und bekannten Einrichtungen machen den Aufwand noch tragbar. So wird die Münchener Elektronik Börse ihr
15-jähriges Bestehen auf der November - Veranstaltung am 25.11. 2000 auf der Theresienhöhe feiern, dort wo schon der erste Markttag am 23. November 1985 stattgefunden hatte. Solange der treue Stamm an Ausstellern und
Besuchern besteht der an der Veranstaltungsreihe seine Freude hat, werden wir die Münchener Elektronik Börse als “High-End des Low-Cost-Bereichs” auch weiterhin organisieren.
Eduard Welsch (Veranstalter)
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