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-----Ursprüngliche Nachricht----- Von: xxx@aol.com Gesendet: Donnerstag, 28. November 2002 11:06 An: elektronikboerse
Betreff: Re: Absage MCT+Elektronik-Boerse 8.12.02 / Newsletter Elektronik BoerseHallo, warum funktionieren die Börsen denn überall anders ??????????????? z.B. Dingolfing, Augsburg, Fürth, Würzburg, Erding!!,
Regensburg, .................. Auch ich war im Frühjahr in München zur Börse (Kunstpark-Ost) Halle Collosseum, aber außer viel zu hohen Standgebühren war nix los. !!!Nie mehr wieder!!! KEINE WERBUNG oder PLAKATE,
nicht mal Leute vor der Halle wussten, was sich drinnen abspielt. In diesem Viertel lässt sich auch keine Computerbörse abhalten. Man muss ja Angst um sein Auto haben (Einbruch, Beschädigung). Viel zu versifft diese
Gegend !!! Warum funktionierte die Börse im Zenith oder Pschorr-Keller. OK: Pschorr-Keller war für Aussteller nicht so der Hit wegen der Anlieferung aber diese Börse lief. Aber auch Sie wurde wieder mal durch zu
hohe Standgebühren und Eintrittsgelder kaputtgemacht. Warum schafft es denn "marktwerk" wirklich gute Börsen abzuhalten. München ist Riesengroß und die Leute haben Geld (wenn nicht in München wo denn dann
sonst). Der Niedergang war nur durch schlechte Werbung, Organisation und zu hohe Preise hervorgegangen. ANTWORT: Hallo Herr P., ich verstehe Ihren Frust, ich habe die E-Börse bis 2001 ja veranstaltet und mich auch immer
gefragt, was ich tun könnte um die Sache vorwärts zu treiben und dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Die Veranstaltungsinitiativen in diesem Jahr habe ich daher unterstützt um den bisherigen Teilnehmern eine
Fortsetzungmöglichkeit zu bieten und in der Hoffnung, daß andere Veranstalter möglicherweise ein erfolgreicheres Konzept haben. Hier nun meine Meinung aufgrund der gemachten Erfahrungen:Die Börsen in den von Ihnen
genannten Orten laufen besser, weil dort das Angebot nicht so groß und günstig ist. Es gibt dort keine oder wesentlich weniger Mega-Stores, kein Schillerstraßen - Elektro - Shop - Viertel, nicht so viele
Wochenend-Events wie in der (satten) Großstadt München. Die Veranstaltungsorte sind günstiger und der Werbeaufwand deutlich geringer. Eine Börse ist da noch eher ein Ereignis. Dies wird Ihnen Herr Menzel (Marktwerk) auf
Nachfrage bestätigen. Grüßen Sie ihn von mir, ich wünsche ihm weiterhin viel Erfolg. Im übrigen sind auch auf den Veranstaltungen in den anderen Orten in den letzten Jahren die Teilnehmerzahlen zurück gegangen. Die
von Ihnen als zu hoch empfundenen Standgebühren ergeben sich aus dem Kostenblock der entsteht, wenn man in München eine Halle für einen Markttag anmietet und aus den Werbeausgeben. Personal, Messematerial, Büro- und
sonstige Kosten. Denen "Unternehmerlohn" vernachlässige ich jetzt mal. Das Colosseum erhielt der Organisator noch rel. günstig weil er dort häufiger auch andere Events veranstaltete. Und dennoch hat es sich
nicht gerechnet. Die München Arena, geplant für die MCT ist natürlich nochmal teurer. Ein nicht "versiffter" Veranstaltungsort kommt halt teuer und dementsprechend sind auch die Standgebühren höher. Der
Pschorr-Keller (oder vergleichbares) war bei den zuletzt gehabten Teilnehmerzahlen auch nicht mehr tragbar, u.a. darum habe ich aufgehört. Zenith war ein einmaliger Sonderpreis und/aber ein organisatorischer Kraftakt
der so nicht wiederholt werden konnte. Unterschätzen Sie bitte nicht den zeitlichen und personellen (=finanziellen) Aufwand eine nackte Halle in wenigen Stunden (nachts, nach Ende eines Konzert) für einen Markttag mit
(seinerzeit 250 Tischen), Stromblockversorgung, Eingangsbereich, etc. halbwegs brauchbar vorzubereiten. Thema Werbung: In einem kleinen Ort erreicht man mit rel. wenig (geduldeter Wild-)Plakatierung, Mundpropaganda,
Pressearbeit sehr günstig relativ viele Leute. Wenn somit einige hundert Besucher kommen ist die Halle voll und alle zufrieden. In München verschwindet dieselbe Anzahl von Plakaten wie Steinchen im Sand.
Wildplakatierung wird seit einigen Jahren schmerzhaft geahndet. Überdimensional mehr Aufwand ist nötig um sichtbar zu sein, in einer Stadt wo ständig auch andere Veranstaltungen beworben werden und um Besucher
konkurrieren. Werbemittel wollen mit Bedacht eingesetzt werden. Ein simples Beispiel zeigt das Dilemma: Eine Werbemaßnahme für 1000 EUR (und die sind schnell augegeben) muß bei 3 EUR Besuchereintritt rechnerisch 334
zusätzliche Besucher anlocken, um sich erst mal selbst bezahlt zu machen. Meine Erfahrung ist, dass dies in den letzten Jahren nicht mehr klappt. Und erst jeder weitere geworbene Besucher würde ja zur weiteren
Kostendeckung beitragen. Widersprechen möcht ich der Aussage, daß zu hohe Standgebühren und Eintrittsgelder die Börse kaputtgemacht haben. Im Pschorr-Keller waren die Standgebühren und Eintrittsgelder auch im
Vergleich zu anderen Veranstaltungen angemessen und über die Jahre relativ stabil. Die entscheidende Frage ist, ob es - in München, mit seiner relativ hohen Kaufkraft - wirklich noch ein breites Interesse an einem
solchen Markttag gibt. Welchen Anreiz oder Mehrwert muß eine solche Veranstaltung bieten ? Günstigste aktuelle(Neu-)Ware natürlich ! Gebrauchte Komponenten ? Bei den erschwinglichen Preisen und zwei Jahren
Gewährleistung für Neuware ist das wohl doch nur mehr für eine Minderheit interessant. Elektronik-Bastler gibt es praktisch keine mehr. Und das Angebot an bezahlbarer, leistungsstarker Neuware ist anderweitig und
andauern auf dem Münchner Markt vorhanden (Mega-Stores, Schillicon-Valley-Shops, Lebensmitteldiscounter, Kaffeeröstereien, Direktversender, Internet-Auktionen). Es bliebe die Idee des Sammlermarktes
und/oder der ideelle Anspruch dem Recycling/Weiterverwendungsgedanken eine Plattform zu bieten. Aber Computer sammelt nur eine Minderheit. Und dafür gibt es in München die lobenswerte www.vcfe.de. Im Gegensatz zu breiteren Sammelgebieten wie z.B. Modelleisenbahnen, Fotoausrüstung,
Uhren&Schmuck, Schallplatten oder teilw. vielleicht auch noch Amateurfunk reicht es bei Elektronik & Computer nicht zum Kultstatus in breiten bevölkerungskreisen und mehreren Veranstaltungen im Jahr.Mein
Fazit: In München ist für eine Low-End-Veranstaltung (E-Börse) kaum mehr Interesse vorhanden und kann zudem mit einem Low-Cost-Budget nicht mehr zufriedenstellend organisiert werden. Für das Flohmarkt-Angebot bleiben
hierzu wohl letztlich nur die Bazare im Kunstpark Ost oder anderswo in der Stadt. Für das High-End in der Elektronik-City Munich sorgen die diversen Messen (SYSTEMS, Electronica, Productronica), für den Alltag sorgt der
vielfältige Münchner Markt und das Internet. Und eine Konsumentenmesse bzw. Verkaufsausstellung müßte von allem etwas sein und noch eins draufsetzen. Dies ist leider hier nicht realisierbar. Was die Messegesellschaft
mit der "bits&fun" trotz Millionenaufwand und Eventgestaltung drumherum, in besseren Zeiten nicht dauerhaft zustande gebracht hat, konnte leider auch der Light-Version "Münchner Computer Tage",
zumal in der derzeitigen Negativstimmung, nicht gelingen. Die Veranstaltungsexperimente dieses Jahres haben gezeigt wo was geht: In München nicht mehr, auch wenn sonstwo immer noch. Mit besten Grüßen
Eduard Welsch Veranstalter der "Münchener Elektronik Börse" 1985-2001 |
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